CZAP-Übersetzung

zurück | nach unten | Drucken | Per Email verschicken

Kern! Es gibt keine andere Lösung

Wenn die Tschechische Republik selbstständig und unabhängig sein will, reicht die Erweiterung von Temelin nicht, sagt Martin Roman, Generaldirektor der Gesellschaft CEZ.
Frage LN: Ökologische Organisationen und auch einige Politiker lehnen Kern ab und verweisen auf die Möglichkeit der Ausnutzung weiterer Quellen. Aus den ersten Ergebnissen der Paces-Kommission ergibt sich, dass die Bedeutung von Gas steigen wird. Wie verstehen Sie selbst diese Quellen?
Antwort: Es kann selbstverständlich Elektrizität aus Gas produziert werden. Wenn es uns aber nicht stört, dass der Strompreis höher sein wird. Je mehr Kernkraftwerke sein werden, desto niedriger ist der Preisdruck. Und umgekehrt: je mehr Gaskraftwerke sein werden, desto höherer Druck auf Preisanstieg kommt. Zu bestimmter Zeit kann sich der Gaspreis von dem Erdölpreis loslösen. Falls der Bedarf an Gas mehr als an Erdöl wächst, wird Gas schneller als Erdöl verteuern.
Frage LN: Reicht die Erweiterung von Temelin oder plant man weitere Kernkraftwerke?
Wenn man selbstständig und gleichzeitig unabhängig sein will, wenn es uns auf dem Klimaschutz und der Wirtschaftlichkeit ankommt, reicht die Erweiterung nicht. Gas ist keine Lösung. Es muss einem klar werden, dass die Gaskraftwerke im Vergleich mit Kohl- eine Hälfte von Emissionen. Es ist nur eine Verbesserung des heutigen Zustands um eine Hälfte. Kern ist dagegen emissionenfrei.
Frage LN: Sie sagen, dass Kernenergie billiger als andere Quellen ist. Trotzdem sind in Medien verschiedene Abschätzungen von Summen für die Erweiterung von Temelin erschienen. Sie bewegten sich von hundertdreissig bis dreihundertfünfzig Milliarden. Kann auch in diesem Fall über Wirtschaftlichkeit gesprochen werden?
Antwort: Beide Summen sind nur reine Spekulation. Wir wissen nicht, welche Reaktore dort stehen werden. Aber wir wissen, wieviel heute Kontrakte kosten. Es wird nicht billiger als Temelin sein, aber es ist immer noch die beste ökonomische Lösung.
Frage LN: Wird der wachsende Bedarf an Elektrizität durch erweitertes Temelin gedeckt werden?
Antwort: Die Erweiterung von Temelin wird unsere Selbstständigkeit um einige Jahre verlängern. Es hängt davon ab, ob wir den Weg von Gas- oder Kernkraftwerken gehen. Wer den Kampf mit Klima ernst nimmt, kann den Kern nicht ablehnen, schon aus dem Grunde, dass es keine andere Lösung gibt.
Frage LN: Sind die einigen Jahre nicht zu wenig?
Antwort: Es wird von der Leistung der tschechischen Ökonomie, von Abstellung, oder im Gegenteil von Erbauung anderer Quellen abhängen. Es kommt auch darauf an, wieviel Geld wir aus eigener Tasche für Subventionen in erneuerbare Quellen nehmen.
Frage LN: Überlegen Sie über den Aufbau neuer Kernkrafwerke im Ausland?
Antwort: Interessant ist Russland, wo aber ein bisschen anders die Standards gestellt sind, als bei uns. Es ist aber zu früh, darüber jetzt zu sprechen. Wir überlegen auch weitere Länder, wie z. B. Rumänien, wor wir Mitgewinner der Ausschreibung zum Aufbau des Kraftwerkes Ceravoda sind. Es kommt da leider zur Verzörgerung, weil die hiesige Regierung über Anstockung ihres Anteiles überlegt.
Frage LN: In der Welt werden fieberhaft neue Kernquellen gebaut. Bei uns bleibt im Grunde status quo erhalten. Verpassen wir vielleicht aus diese Sicht nicht unseren Zug?
Antwort: Es gibt ein grosses Risiko, dass die Anzahl von Kernprojekten, die in einzelnen Ländern ausgeschrieben werden, höher als die Kapazität der bestehenden Hersteller der Kernkraftwerke sein wird. Ein Kernkraftwerk zu bauen, ist nicht so einfach. Es reicht nicht, dass Warren Buffet ein Unternehmen für Kernreaktore gründet, 10 Milliarden Dollar hineinlegt, und in zwei Jahren produziert. So funktioniert es nicht. Ein Kernkraftwerk kann man nicht auf der grünen Wiese bauen.
sk
gekürzt
Quelle: TZ
Jiri Böhm
Übersetzung: sk

Erschienen am 21.07.2008
Quelle: CZ-LN - Lidove noviny, Seite 1+13

zurück | nach oben | Drucken | Per Email verschicken