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Temelin: Neuer Vorwurf vor dritter Gesprächsrunde

LINZ/BUDWEIS. Am Montag trifft sich die tschechisch-österreichische Parlamentarierkommission zu Temelin zur dritten und letzten Gesprächsrunde in Budweis. Im Vorfeld gibt es brisante Vorwürfe gegen die AKW-Betreiber und die tschechische Atom-Aufsichtsbehörde (SUJB): eine Schweißnaht im Primärkreislauf des Reaktorblocks soll unsachgemäß und vorschriftswidrig repariert worden sein. Eine Sicherheitsinspektorin der SUJB, Jana Kroupova, war mit der Untersuchung des Vorfalles beauftragt – und wurde später „unter dubiosen Umständen“, so Grünen-Nationalratsabgeordnete Ruperta Lichtenecker, von der SUJB entlassen.

Lichtenecker beruft sich auf einen Brief von Greenpeace in Tschechien, der schon am 17. Juli 2007 an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SP) geschickt worden war, in dem auf die Vorgänge hingewiesen wurde. „Die Parlamentarierkommission hat davon bisher nichts erfahren“, kritisiert Lichtenecker, obwohl die Umstände auf ein bedeutendes sicherheitstechnisches Problem hindeuten.

Kroupova müsse vor der Kommission über ihre Untersuchungsergebnisse aussagen, verlangen die Grünen. Allerdings: Sie unterliegt nach wie vor einer von SUJB auferlegten Schweigepflicht. „Die Schweigepflicht muss von der SUJB aufgehoben werden, sonst wäre das der Beweis, dass wichtige Informationen bewusst vorenthalten werden“, sagt auch Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober. Ergebnis des Treffens müsse auch die Einigung auf eine internationale „Schiedskommission“ zu ungeklärten Fragen sein.


OÖnachrichten vom 14.12.2007

Erschienen am 14.12.2007
Quelle: OÖ Nachrichten

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