Wien - Der Atomsteit mit dem Iran hätte schon vor Jahren gelöst werden können, wenn die USA nicht ständig neue Vorwürfe erheben würden. Das sagte der Vertreter des Iran bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO/IAEA) am Freitag am Rande des Gouverneursrates vor Journalisten. Verhandlungen mit westlichen Ländern über das Atomprogramm seien nur ohne Vorbedingungen möglich, sagte Botschafter Ali Asghar Soltanieh in Bezug auf die Forderung der ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates und Deutschlands, Gespräche nur aufzunehmen, wenn Teheran die Anreicherung von Uran aussetzt.
Das Thema Iran hätte in der IAEO bereits im Jahr 2004 gelöst werden können, so Soltanieh. Nun sei man noch immer mit der Causa befasst, weil die USA vor jedem Gouverneursrat die Atomenergie-Behörde mit neuen "haltlosen Anschuldigungen" gegen den Iran beschäftige. US-Geheimdienste haben der IAEO in der Vergangenheit Informationen zu möglichen militärischen Komponenten des iranischen Atomprogrammes geliefert. Teheran betont, ausschließlich an Nuklearenergie interessiert zu sein.
Die USA, China und Russland sowie die europäischen Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind bereit, mit dem Iran über ein Paket wirtschaftlicher und politischer Anreize zu diskutieren, wenn das Land vorher die atomaren Aktivitäten aussetzt.
"Wir trauen den USA nicht", begründete Soltanieh heute, Freitag, die Ablehnung seines Landes gegen einen solchen Schritt. Es habe sich gezeigt, das die Vereinigten Staaten ihre Forderungen immer mehr ausweiten würden, sobald der Iran eine Konzession mache. "Wir sind durchaus bereit, Gespräche ohne Vorbedingungen zu beginnen", sagte der Botschafter.
EU-Außenbeauftrager Javier Solana wird voraussichtlich am 30. November in London mit dem iranischen Chefverhandler Said Jalili zusammentreffen, um Verhandlungen in Gang zu bringen.
Erschienen am 25.11.2007
Quelle: APA